Jahresbericht 2025

Das Jahr im Überblick

Seit 1912 unser Ziel: Fairer Wettbewerb für alle

Auf dieser Seite präsentieren wir Ihnen einen kurzen Überblick der Höhepunkte unserer Arbeit im Jahr 2025. Den vollständigen Jahresrückblick als PDF-Datei können Sie wie gewohnt herunterladen.

Vier BGH-Verfahren, drei Urteile

Gleich drei Verfahren vor dem BGH konnte die Wettbewerbszentrale im Berichtsjahr abschließen.

  • Im Januar entschied der Bundesgerichthof wie im Vorjahr erneut, dass die Bewerbung als hautfreundliche Desinfektionsmittel gegen die BiozidVO verstößt (siehe News vom 03.02.25 >>).
  • Im Juli urteilte der Bundesgerichtshof zu den Wertgrenzen für zulässige Werbegeschenke beim Hörgerätekauf nach Heilmittelwerbegesetz (siehe News vom 17.07.25 >>).
  • Die Referenzpreispflicht bei Rabattwerbung war Thema eines BGH-Urteils im Oktober. Danach müssen Referenzpreise für die Kundschaft verständlich angegeben werden (siehe News vom 09.10.25 >>).
  • Im Grundsatzverfahren zu High-Protein-Produkten schaltete der BGH im November den EuGH ein (siehe News vom 21.11.25 >>). Für das nächste Jahr erwartet die Wettbewerbszentrale daher ein Urteil aus Luxemburg zum Verhältnis zwischen Health-Claims-VO und Lebensmittel-Informations-VO.

Drei Stellungnahmen zu neuen Regelungen

Zu gesetzgeberischen Vorhaben äußerte sich die Wettbewerbszentrale 2025 in drei Fällen.

  • Die inzwischen auf Eis gelegte Green Claims Richtlinie kritisierte die Wettbewerbszentrale im Mai wegen der Vorabprüfung von Umweltaussagen als unverhältnismäßig bürokratisch, auch weil Green Hushing drohte (siehe News vom 28.05.25 >>).
  • Ende Juli positionierte sich die Wettbewerbszentrale zur Umsetzung der Verbraucherkreditrichtlinie, dass die geplante Umsetzung in Teilen redundant ist (siehe News vom 31.07.25 >>).
  • Den angekündigten Digital Fairness Act der EU hielt die Wettbewerbszentrale im Herbst in einer Stellungnahme wegen existierender Regeln für verzichtbar (siehe News vom 22.10.25 >>).

Zwölf Veranstaltungen von allgemein bis speziell

Vom branchenspezifischen Webinar bis zur umfassenden Konferenz, in zwölf Veranstaltungen informierte die Wettbewerbszentrale über aktuelle Entscheidungen und konkrete Beispielsfälle. Längst zur echten Tradition geworden sind Herbstseminar und Gesundheitsrechtstag. Beide feierten kleine Jubiläen. Das virtuell veranstaltete Herbstseminar mit seinem breiten Rechtsprechungsüberblick fand bereits zum 20. Mal statt. Zum Klassentreffen im Gesundheitswesen lud die Wettbewerbszentrale 2025 mit ihrem nun schon 15. Gesundheitsrechtstag.

In eigener Sache: Ein neuer Name im Vereinsregister

Der wahrscheinlich komplexeste Name im ganzen Vereinsregister ist Geschichte. Die Wettbewerbszentrale ist dort seit August 2025 nicht mehr unter der historisch gewachsenen Bezeichnung „Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs Frankfurt am Main e.V.“ zu finden. Der neue Name lautet nun ganz wie erwartet: „Wettbewerbszentrale e.V.“

Unser Ziel bleibt. Seit 1912 setzen wir uns für fairen Wettbewerb ein und freuen uns, im Namen aller Mitglieder und der Allgemeinheit auch weiter hierfür kämpfen zu dürfen.

Weitere Details und Höhepunkte aus den verschiedenen Branchen können Sie dem PDF-Volltext entnehmen.

Das Jahr 2025 in Zahlen

Rechtsdurchsetzung: 57 % Irreführungsfragen

Während die Zahl der Aktenvorgänge stabil blieb, stieg die Komplexität. 5,8 Prozent mehr unterschiedliche Rechtsgrundlagen waren im Jahr 2025 zu prüfen.

Wiederum dominierte die Prüfung möglicher Irreführungen, Intransparenzen und Informationspflichtverstöße das Fallgeschehen (§§ 5, 5a und 5b UWG). Deutlich mehr als jede zweite Rechtsfrage betraf diesen Bereich, darunter etwaige Verstöße gegen europäische Informationspflichten zur Textilkennzeichnung, aber auch klassische Spitzenstellungswerbung. 

Rechtsgrundlagen UWG

Den Bereich der Irreführungen und Intransparenzen prägten vor allem mögliche Irreführungen über das Unternehmen nach § 5 Abs. 2 Nr. 3 UWG, aber auch mögliche Verstöße nach § 5b UWG wie etwa nicht erfüllte europäische Informationspflichten.

Irreführung und Intransparenz

Weiterer Schwerpunkt waren die äußerst zahlreichen und vielfältigen Marktverhaltensregeln nach § 3a UWG wie etwa die Vorgabe, dass bestimmte Handwerkstätigkeiten nur mit Eintragung in die Handwerksrolle angeboten werden dürfen. Fast jede vierte Konstellation beinhaltete eine Prüfung von Marktverhaltensregeln (37,1 Prozent). 

Die Zahl der Preiswerbungs-Fälle stieg erheblich um 11,6 Prozent. 

Fälle zur Preiswerbung

Werbemedium: Hauptsächlich Internet

Die Anzahl der Social-Media-Sachverhalte stieg um 15,2 Prozent. Im vergangenen Jahr beschäftigten sich nun 7 von 10 Fällen mit Sachverhalten im Internet, etwa in Online-Shops, auf Plattformen oder Social Media.

Zu sonstigen Fällen zählen TV-Spots (2 Fälle) und Radiowerbung (1 Fall), aber auch Prüfungen zu Verpackungen (33 Fälle).

Art der Werbung

Weitere Details können Sie dem PDF-Volltext entnehmen.

Vor Gericht: Zunahme der Klageverfahren

Bei allen formellen Beanstandungen sucht die Wettbewerbszentrale zunächst außergerichtliche Lösungen. Ein Bestandteil davon sind die Verfahren vor den Einigungsstellen der Industrie- und Handelskammern. Vor den Einigungsstellen initiierte die Wettbewerbszentrale im Jahr 2025 82 neue Verfahren. 

In 241 Fällen ließ sich ein Klageverfahren nicht vermeiden. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Klagen im Jahr 2025 um 18,1 Prozent zu, obwohl auch 2024 bereits eine erhebliche Steigerung der Klageverfahren zu verzeichnen war.

Im einstweiligen Rechtsschutz führte die Wettbewerbszentrale zwei Verfahren.

Klageverfahren

Veranstaltungen

Zwölf Veranstaltungen zu aktuellen Themen bot die Wettbewerbszentrale 2025 an. Drei Veranstaltungen fanden in Präsenz statt (das „Expertenforum Automotive Recht“ in Stuttgart, der 15. Gesundheitsrechtstag und die Konferenz „Wettbewerb, Nachhaltigkeit & Recht“ in Frankfurt), zu den übrigen neun Seminaren lud die Zentrale per Zoom. Insgesamt 525 Personen brachte die Wettbewerbszentrale dabei auf den neuesten Stand. 

Fachredaktion

Seit Jahren informiert die Fachredaktion der Wettbewerbszentrale mit Publikationen zu aktuellen rechtlichen Entwicklungen Mitglieder und Öffentlichkeit im Wettbewerbsrecht und angrenzenden Gebieten. Die 12 Ausgaben des monatlich erscheinenden „Der Wettbewerb“ richten sich an Mitglieder. Jeweils als Abo für alle Interessierten verfügbar sind hingegen 26 jährliche Ausgaben Infobrief sowie die je 12 Ausgaben „Wettbewerbsrecht Aktuell“ und „Immaterialgüterrecht Aktuell“. 

In 62 Ausgaben ihrer Publikationen lieferte die Redaktion über 1.200 Seiten juristische Inhalte. Enthalten waren 1.266 kurz zusammengefasste Urteile und 555 Aufsätze aus verschiedenen Bereichen des gewerblichen Rechtsschutzes. 

Den vollständigen Jahresbericht als PDF-Datei können Sie hier herunterladen.

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