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Pressemitteilungen

17.12.2019 // Wettbewerbszentrale erhält zahlreiche Beschwerden über Werbeaussagen für Nahrungsergänzungsmittel – insbesondere „Anti-Kater-Produkte“

Die Zahl der bei der Wettbewerbszentrale eingegangenen Beschwerden über Werbeaussagen für Nahrungsergänzungsmittel bleibt hoch. Im zu Ende gehenden Jahr 2019 gingen bislang 32 Beschwerden zur gesundheits- oder krankheitsbezogenen Bewerbung von Nahrungsergänzungsmitteln bei der Wettbewerbszentrale ein.

In 15 Fällen Werbeaussagen für sog. „Anti-Kater-Produkte“ beanstandet

22 dieser Beschwerden richteten sich gegen Werbung für sog. „Anti-Kater-Produkte“, d.h. Nahrungsergänzungsmittel, deren Einnahme dem Entstehen eines Katers nach Alkoholkonsum vorbeugen bzw. die Wirkungen des sog. Katers lindern soll. Insgesamt hat die Wettbewerbszentrale hier 15 Beanstandungen wegen der Verwendung nicht zugelassener gesundheitsbezogener - oder krankheitsbezogener - Angaben, wie etwa „Antikatermittel“, „beugt Kater vor“ oder „gegen Kopfschmerzen und Übelkeit“, ausgesprochen. Sie hat dabei Verstöße gegen die EU-Health Claims Verordnung moniert.

Danach sind zum Schutz der Verbraucher gesundheitsbezogene Angaben verboten, sofern sie nicht bestimmten Anforderungen entsprechen, gemäß der Verordnung zugelassen und in die Liste der zugelassenen Angaben aufgenommen sind. Auch krankheitsbezogene Werbung ist nach der HCVO und darüber hinaus auch nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) verboten.

Überwiegende Zahl der Beanstandungen außergerichtlich geklärt

In neun Fällen hat die Selbstkontrollinstitution außergerichtliche Unterlassungserklärungen erwirkt. In zwei Fällen sind die Verfahren noch nicht abgeschlossen.

In den übrigen vier Fällen, in denen die betreffenden Anti-Kater-Produkte von im Ausland ansässigen Drittanbietern auf der Plattform amazon angeboten wurden, hat die Wettbewerbszentrale den Plattformbetreiber über die jeweiligen Verstöße informiert und eine Sperrung der betreffenden Angebote veranlasst.

In 2018 nur drei Beschwerden über Werbeaussagen für „Anti-Kater-Produkte“

Zum Vergleich: Im Jahr 2018 gab es nur drei Beschwerden über „Anti-Kater-Produkte“. „Erklären lässt sich die Häufung der Beschwerden mit dem jüngsten Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom September zu Werbeaussagen wie „Anti Hangover Shot“ oder „Natürlich bei Kater““, meint Hanna Gempp, Mitglied der Geschäftsführung der Wettbewerbszentrale und zuständig für den Bereich Lebensmittelwerbung. Die meisten Beschwerden über Werbeaussagen bei Anti-Kater-Produkten habe man seit September 2019 erhalten.

Nach der besagten Entscheidung handelt es sich bei Angaben wie den oben genannten um unzulässige krankheitsbezogene Angaben (OLG Frankfurt a.M., Urteil vom 12.09.2019, Az. 6 U 114/18). Auch das Landgericht Köln hatte bereits im Jahr 2014 (Az. 33 O 42/14) dahingehend geurteilt. Das Urteil des OLG Frankfurt geht darüber jedoch noch hinaus und stuft auch „Anti-Hangover“ - zumindest im Kontext mit alkoholbedingten Beschwerden wie Übelkeit - als krankheitsbezogen ein.

Gegenstand der übrigen Beschwerden im Bereich Nahrungsergänzungsmittel waren Auslobungen zur Linderung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Dellwarzen, zur Wirkung von Weihrauch gegen Krebs- und Autoimmunerkrankungen oder zur Linderung von Arthritis.

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Pressekontakt:
Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs
Frankfurt am Main e.V.
Hanna Gempp LL.M.
Landgrafenstraße 24B
61348 Bad Homburg
Telefon: 06172 – 12 15 34
E-Mail: gempp@wettbewerbszentrale.de

Weiterführende Infomationen

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